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Aktuell: Pressemitteilungen: Pressemitteilungen Archiv: 24. November 2009
Aktion von Bäckerinnung und Frauenbüros gegen häusliche Gewalt:
395/2009
Gewalt kommt nicht in die Tüte

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„Gewalt kommt mir nicht in die Tüte!“ Unser Bild zeigt Landrat Enno Siehr (Mitte) und Fachbereichsleiterin Ulrike Cramer (rechts) in der Filiale von Bäckermeister Karl-Heinz Heldmann (links) in Groß-Gerau, der sich auch in diesem Jahr an der Aktion der Hessischen Frauenbüros und der Bäckerinnung beteiligt hat.
KREIS GROSS-GERAU – Gewalt in der Familie ist keine Privatsache und kommt nicht in die Tüte! Zu dieser Botschaft bekennt sich nachdrücklich auch die Bäckerinnung, landesweit ebenso wie im Kreis Groß-Gerau. Ihre Mitgliedsbetriebe beteiligen sich deshalb einmal mehr an der Aktion der Landesarbeitsgemeinschaft Hessischer Frauenbüros, in deren Rahmen am 25. November die morgendlichen Brötchen in besonderen Behältnissen über den Ladentisch gereicht werden. Die Papiertüten tragen als Aufschrift nicht nur, in roter Signalfarbe, den Appell, auf Gewalt in sozialen Beziehungen zu verzichten, sondern ebenso die Adressen von Hilfs- und Beratungsstellen, an die sich Betroffene, Gewaltopfer ebenso wie jene, die sich in Konfliktsituationen eben nicht unter Kontrolle haben, wenden können.

Einer, der auch in diesem Jahr wieder die Aktion unterstützt, ist der Groß-Gerauer Bäckermeister Karl-Heinz Heldmann. Sowohl im Hauptgeschäft am Marktplatz als auch in seinen Filialen werden ab Mittwoch die besonderen Brötchentüten mit dem nachdenklichen Aufdruck verwendet. „Eine gute Sache, zu deren Erfolg ich gerne beitrage“, kommentierte der Chef die Kampagne gegenüber Landrat Enno Siehr und Fachbereichsleiterin Ulrike Cramer.

Letztere lobte nachdrücklich die gute Kooperation mit den örtlichen Bäckereien und wies zugleich auf das im Kreis Groß-Gerau seit über 15 Jahren bestehende „Netzwerk gegen häusliche Gewalt“ hin. Hier würden Polizei, Justiz, Frauennotruf, Frauen- und Männerberatung, Jugendamt und zahlreiche Beratungsstellen eng zusammenarbeiten, wenn es gelte, Opfern konkret zu helfen. Noch wichtiger sei jedoch die Prävention - und dazu gehöre auch das öffentliche Bewusstsein dafür, dass Gewalt kein Mittel der Konfliktlösung ist, auch nicht innerhalb der Familie.

Cramer wies darauf hin, dass seit 2002 in Hessen über 50.000 Fälle von häuslicher Gewalt polizeilich erfasst worden sind, wobei die Dunkelziffer wohl deutlich höher läge. Untersuchungen zeigten außerdem, dass Frauen im Schnitt sieben Jahre lang in einer Gewaltbeziehung lebten, bevor sie um Hilfe bitten. Das kreisweite Netz von Zufluchts- und Beratungsstellen sei allein 2008 von 571 Frauen und 21 Männern in Anspruch genommen worden. „Wir haben also noch viel zu tun,“ so der Landrat zum Abschluss.
 
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